Buchtipp: Lindt & Sprüngli: Zwei Familien, eine Leidenschaft , Lisa Garf

Zugegeben – mich hat zunächst das wunderschöne und schokoladige Cover in den Bann gezogen. Der Klappentext klingt spannend und so wollte ich unbedingt eintauchen in die Welt der Schweizer Schokolade.
Es beginnt im Jahr 1826 in Zürich. Rudolf, der Sohn von David und Elsbeth Sprüngli, hat einen großen Traum: Er möchte seine eigene Schokolade herstellen. Dieser Wunsch entstand, als seine Mutter schwer erkrankte und Rudolf beim Apotheker mit seinem Ersparten neben den notwendigen Tropfen, auch ein wenig Schokolade erstand. Die Mutter wird wieder ganz gesund!
Das Auftaktband erzählt die Geschichte der Familie Sprüngli über mehrere Jahrzehnte hinweg. Neben der Haupthandlung gibt das Buch tiefe Einblicke in das damalige Leben: die gesellschaftlichen Konventio-nen, die Bedeutung des Bürgerrechts oder auch die Aufnahme in eine der prestigeträchtigen Zünfte. Aber auch die ärmeren Gesellschafts-schichten sind umfangreich recherchiert: Die harte Arbeit in den Fabri-ken, das Leben der Verdingkinder und die Auswirkungen von Krankhei-ten wie der Cholera werden wirkungsvoll dargestellt. Der Autorin gelingt es, Geschichte lebendig werden zu lassen, ohne den Lesefluss mit zu detaillierter Faktenfülle zu belasten.
Besonders gelungen ist auch die parallel erzählte Perspektive von Katharina, Rudolfs zukünftiger Frau, die als starke Persönlichkeit ihre eigenen Träume und Vorstellungen einbringt. Ich war von der ersten Seite an hingerissen von der Geschichte. Die Akteure sind detailverliebt beschrieben, sodass ich sie klar vor meinen Augen hatte. Der leichte und sehr flüssige Schreibstil ließ die Seiten nur so dahinfliegen.
Es handelt sich einfach um einen Wohlfühlroman, der sich besonders gut bei eine Tasse Kakao und/oder einen Stück guter Schokolade genie-ßen lässt und Hunger auf mehr macht. Denn Vorsicht - Das Buch macht Lust auf Schokolade!