Weihnachtsgruß
Liebe Gemeindemitglieder der Pfarrgemeinde St. Dionysius Kerken,
„Ein Licht strahlt heute über uns auf, denn geboren ist uns der Herr. Und man nennt ihn: Starker Gott, Friedensfürst, Vater der kommenden Welt. Seine Herrschaft wird kein Ende haben.“
Mit diesen Zeilen aus dem Eröffnungsvers der Messe am Morgen des ersten Weihnachtstages grüße ich Sie und Ihre Angehörigen ganz herzlich - wie viel Freude, wie viel Hoffnung liegt in diesen Worten!
Ich schreibe diese Zeilen, kurz nachdem vor und über Weihnachten ein erneuter „Lockdown“ beschlossen wurde. Und als ich heute Morgen beim Frühstück die Radionachrichten und Kommentare dazu verfolgt habe, so habe ich fast den Eindruck, als dass es für manch einen nichts Schlimmeres gilt, als dass das Geschenkebesorgen nun ein abruptes Ende hat.
Ich will nicht übersehen, dass es für manchen Einzelhändler – trotz hoher staatlicher Hilfen - ein wirtschaftliches Problem darstellt, wenn er sein Geschäft schließen muss. Und ich weiß natürlich, dass Geschenke auch ein Ausdruck weihnachtlicher Freude sein können, die wir unseren Lieben vermitteln wollen. Und selbstverständlich habe auch ich Weihnachtsfeste in einem größeren Kreis, als das zur Zeit möglich ist, in wehmütiger Erinnerung.
Aber vielleicht führt uns diese furchtbare Pandemie bei aller Angst, die sie uns machen kann, daneben zu etwas, was wir vielleicht vergessen haben. Für die Freude an Weihnachten kommt es gar nicht auf die Zahl der Gäste an, es kommt auch nicht auf die Geschenke an, oder ob und wenn ja wie viele Strophen wir in der Christmette singen dürfen.
Die Freude von Weihnachten ist kein oberflächlicher Spaß oder „Fun“, sondern sie entdecken wir ganz tief in uns drinnen. Und dazu müssen wir manchmal sogar einmal ganz still sein, um sie zu spüren. Vielleicht entdecken wir dabei auch wieder so etwas wie Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass wir bis jetzt gesund geblieben sind. Oder, wenn wir uns angesteckt haben, dass wir nicht alleine sein müssen und dass wir medizinisch so gut versorgt werden, wie es sich viele Menschen auf dem Erdball wünschen würden. Und wir spüren vielleicht auch, dass es beim gemeinsamen Weihnachtsfest nicht auf die Geschenke ankommt oder den Skiurlaub, sondern darauf, einander Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken. In einer Zeit, in der uns das manchmal verloren geht, vielleicht das kostbarste Geschenk, das wir uns machen können.
Wenn wir uns darauf einlassen, dann dürfen wir das erleben, was der Vers zu Beginn verheißt: dass uns an Weihnachten ein Licht aufstrahlt, dass Gott wirklich so stark sein kann, dass er uns Angst, Sorge und Mutlosigkeit nehmen kann.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben in diesen außergewöhnlichen Zeiten - auch im Namen des gesamten Seelsorgeteams - ein gesegnetes Weihnachtsfest und viel Glück und Gottes reichen Segen für das Jahr 2021!
Ihr
Pfarrer Dr. Christian Stenz