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Liebe Schwestern und Brüder,

geht es Ihnen auch manchmal so, dass die Schriftlesungen im Gottesdienst nur so an Ihnen vorbeirauschen?

Wir hören die Worte zwar, sie erreichen jedoch nicht immer unser Herz.

Das kann vielerlei Gründe haben:

Ich bin mit meinen Gedanken bei anderen Dingen, die mich gerade mehr beschäftigen.

Oder ich verstehe nicht, was mir da vorgelesen wird.

Vielleicht interessiert es mich auch gerade einfach nicht.

Dabei wissen wir doch eigentlich, dass es sich um Worte handelt,

die in Gottes Namen verkündet werden, die uns angehen und im Inneren erreichen sollen.

Das Wort Gottes steht als Thema ganz im Zentrum dieses Sonntages.

Am 31. Januar feiern die katholischen Gemeinden in Deutschland den Sonntag des Wortes Gottes.

Warum ist es so wichtig, dass wir uns an die Bedeutung des Wortes Gottes erinnern lassen?

Wer ein Volksmessbuch aus der Zeit vor dem Konzil besitzt, den sogenannten Schott, der kann einen aufschlussreichen Einblick in das Gottesdienstverständnis jener Zeit bekommen.

So wird etwa in der Einführung zur Messfeier erläutert, dass sie aus zwei Teilen bestehe: der „Vormesse“ und der „Opfermesse“.

Zur Vormesse heißt es, dass sie „uns durch Gebete und Lesungen auf die eigentliche Opferhandlung vorbereiten“ will.

Die Zuordnung ist also klar: Das Eigentliche ist das, was man heute Eucharistiefeier nennt, und der Wortgottesdienst ist nur eine Art Vorspann, der auf das Eigentliche vorbereiten will.

So heißt es in der Einführung des alten Schott:

„Die Lesung aus der Heiligen Schrift will uns Lehre, Erleuchtung und Anregung sein und in uns die für das Mitopfer notwendigen Entschlüsse wecken …“

Die heutigen liturgischen Bücher setzen einen anderen Akzent:

Das Messbuch, das heute in Kraft ist, nennt den Wortgottesdienst „liturgia verbi“ (Liturgie des Wortes) und den eucharistischen Teil „liturgia eucharistica“ (Liturgie der Eucharistie).

Beides ist in gleicher Weise Liturgie, also Gottesdienstfeier.

In den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils wird die Bedeutung der Heiligen Schrift so beschrieben:

„In den Heiligen Büchern kommt ja der Vater, der im Himmel ist, seinen Kindern in Liebe entgegen und nimmt mit ihnen das Gespräch auf.

Und solche Gewalt und Kraft west im Wort Gottes, dass es für die Kirche Halt und Leben, für die Kinder der Kirche Glaubensstärke, Seelenspeise und reiner, unversieglicher Quell des geistlichen Lebens ist.“ (DV 21)

So knapp das Zitat ist, und natürlich in der Kirchensprache der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts verfasst, es ist doch vielsagend:

Zunächst einmal: wenn Gott den Menschen in der Heiligen Schrift entgegenkommt, dann ist dies ein personales Geschehen; es geht nicht um die Übermittlung einer Sachinformation. Das will das Bild vom Gespräch zwischen Gott und Mensch zum Ausdruck bringen.

Das heißt das für die Verkündigung der Heiligen Schrift im Gottesdienst: Es geht nicht um eine Information über die Heilsgeschichte, also nicht um „Lehre“ und „Anregung“, sondern um eine persönliche Begegnung mit Gott. Mit anderen Worten, der Wortgottesdienst und die Wort-Gottes-Feier sind kein Gespräch über Gott, sondern mit Gott.

Und aus dieser Begegnung mit Gott kann man als gläubiger Christ leben. So wird das Wort Gottes zu einer Kraftquelle unseres Lebens.

Demnach meint die Bezeichnung „Wort Gottes“ mehr als nur den gedruckten Text der Bibel. Wenn dieser Text im Gottesdienst verkündet wird, ist es Gott, der uns in seinem Sohn, in Christus als dem Fleisch gewordenen Wort, persönlich ‚aufsucht‘, damit wir Menschen zur Rettung gelangen.

Insofern kann man in der Tat sagen, dass sich in der Liturgie das Werk unserer Erlösung vollzieht, denn diese bewirkt Gottes Zuwendung zu den Menschen, wie sie in der Verkündigung des Wortes Gottes im Gottesdienst geschieht.

Das ist die Antwort auf die Frage, was es zu feiern gibt, wenn das Wort Gottes in den Mittelpunkt des gottesdienstlichen Geschehens rückt:

Wenn die Heilige Schrift verkündet wird, dann sind dies nicht die „Worte der Lesung“ (wie leider versehentlich manchmal gesagt wird), sondern das „Wort des lebendigen Gottes“, also Christus selbst, den die Gläubigen nach der Lesung mit diesen Worten bekennen.

Wenn es um die Verkündigung im Gottesdienst geht, kann man vom Wort Gottes als einem hörbaren Sakrament sprechen.

Daher werden von der Kirche das Wort Gottes und die Eucharistie auf eine Stufe gestellt.

Zuletzt hat es Papst Benedikt XVI. so formuliert:

„Die Sakramentalität des Wortes lässt sich so in Analogie zur Realpräsenz Christi unter den Gestalten des konsekrierten Brotes und Weines verstehen.

Wenn wir zum Altar gehen und am eucharistischen Mahl teilnehmen, empfangen wir wirklich den Leib und das Blut Christi.

Die Verkündigung des Wortes Gottes in der liturgischen Feier geschieht in der Einsicht, dass Christus selbst in ihr gegenwärtig ist und sich uns zuwendet, um aufgenommen zu werden.“

Damit sich das Wort Gottes in dieser Weise entfalten kann, muss es zugesprochen werden.

Das neue Lektionar macht dies in der Einleitung der neutestamentlichen Brieflesungen deutlich, indem es z.B. anstelle der Bezeichnung „Brief des Apostels Paulus an die Römer“ nun heißt:

„Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde von Rom“.

Damit wird deutlich, dass sich die Worte des Paulus an eine Glaubensgemeinschaft von Männern, Frauen und Kindern richten.

In diesem Sinne ist auch die neue Anrede am Lesungsbeginn zu verstehen, in der es jetzt immer heißt: „Schwestern und Brüder“.

Zwar galt bislang schon die Maßgabe der Deutschen Bischofskonferenz, dass am Beginn der Lesung aus einem Brief „Schwestern und Brüder“ gelesen werden kann, doch der gedruckte Text schrieb nur „Brüder“.

Im neuen Lektionar steht die Anrede „Schwestern und Brüder“ über jeder Brieflesung.

So wird deutlich, dass innerhalb des Gottesdienstes der eigentliche Adressat des Wortes Gottes die versammelte Gemeinde und nicht mehr die Hörerschaft aus der Zeit des Neuen Testaments ist.

 

Wie zu Beginn erwähnt, sieht das Konzil in der Heiligen Schrift ein Gespräch, das Gott mit uns aufnimmt.

Und so hat auch das Wort Gottes in der Liturgie eine Doppelrichtung.

Die erste Linie bildet die absteigende Richtung, die besagt:

In der Liturgie geht die Initiative von Gott aus. Sein Heilswirken wird in der Liturgie gegenwärtig.

Die Reaktion des Menschen hierauf bildet die zweite Linie, die aufsteigende. Denn das Wort Gottes verlangt Entscheidung und ruft zur Antwort auf.

Eine dritte Ebene ist zu ergänzen:

Das, was wir im Gottesdienst feiern, soll nicht im Gottesdienstraum verbleiben, sondern auch unsere Lebenswelt im Alltag durchdringen. Denn wer mit Gott ins Gespräch kommt, steht nicht nur in Beziehung zu Gott, sondern wird auch in ein neues Verhältnis zum Nächsten gesetzt.

Daher darf die Feier des Gottesdienstes nicht folgenlos für das Handeln der Menschen bleiben. Daran werden wir im Gottesdienst immer erinnert, wenn der Nächste, die Anliegen der Menschen und das eigene Handeln in der Welt in den Blick kommen (beim Friedenszeichen, den Fürbitten, der Kollekte, bei der Sendung bei der Entlassung).

Der neue Sonntag des Wortes Gottes lädt uns auch dazu ein, in den Blick zu nehmen, wie wir die Feier des Wortes Gottes in der Sonntagsmesse gestalten.

Drei Elemente seien hier angesprochen: das liturgische Buch zur Verkündigung des Wortes Gottes, der Umgang mit diesem liturgischen Buch und der Ort der Verkündigung.

Zunächst sollte man ein angemessenes Lektionar verwenden – und zwar ein neues Lektionar mit der neuen Einheitsübersetzung: Mit dem Beginn des neuen Kirchenjahres am 1. Advent 2018 wurde die neue Einheitsübersetzung schrittweise in den liturgischen Gebrauch im Sonntagsgottesdienst eingeführt. Beachtung verdient das Lektionar, weil ein eigenes Buch mit den Schriftlesungen für die Gottesdienstfeiern keine Selbstverständlichkeit ist. So war es bis zur Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils über Jahrhunderte üblich, die Lesungen im Messbuch abzudrucken. Die bewusste Entscheidung für ein eigenständiges Lektionar setzt ein Zeichen: Es wird deutlich, dass die Gottesdienstfeier, auch die Messfeier, nicht allein Sache des

Priesters ist. Denn ansonsten würde es tatsächlich genügen, alle Texte, also Gebete und Lesungen, in „seinem“ liturgischen Buch, dem Messbuch, abzudrucken. Doch Träger des Gottesdienstes sind nach heutigem Verständnis im Sinne des Konzils alle zur Feier versammelten Gläubigen. Das Lektionar macht das anschaulich: Es ist das Buch für den liturgischen Dienst des Lektors bzw. der Lektorin.

Damit sich die Bedeutung des Wortes Gottes auch im Vollzug, also im Mitfeiern, erschließen kann, muss im Gottesdienst auch in einer Weise mit diesem liturgischen Buch umgegangen werden, die dies zum Ausdruck bringt.  

Es ist sinnvoll, das Lektionar oder Evangeliar beim Einzug mitzuführen – wie wir dies bei feierlichen Gottesdiensten tun.

Die Verkündigung wird durch Kerzenträger begleitet; dies ist ein Hinweis auf Christus, das Licht der Welt, das uns in der Frohen Botschaft aufscheint.

Weihrauch ist geeignet um die Verehrung des Wortes Gottes in festlichen Gottesdiensten zum Ausdruck zu bringen.

Und nach der Verkündigung wird das Buch aufgeschlagen im Blickfeld der Gemeinde abgelegt – was zeigen soll: die Botschaft steht im Raum.

Und am Ende des Gottesdienstes sollte beim Auszug das Lektionar bzw. Evangeliar nicht wieder ausziehen, weil Christus nun nicht einfach die Gottesdienstversammlung verlässt, sondern von den Gläubigen in ihren Herzen und durch ihre Taten in die Welt getragen werden soll.

Damit kommt der Ort der Schriftverkündigung in den Blick: der Ambo.

In gewisser Weise ist er das Gegenüber zum Altar. Ähnlich wie der Altar der Tisch des Brotes ist, ist am Ambo den Gläubigen der „Tisch des Wortes Gottes“ bereitet.

Denn in den Lesungen spricht Gott selbst zu seinem Volk und offenbart sein Heilshandeln. Mehr noch: Christus selbst ist es, der in seinem Wort inmitten der Gläubigen gegenwärtig ist.

Aus der damit gegebenen Würde des Wortes Gottes ergibt sich, dass die Verkündigung dieses Wortes eines besonderen Ortes in der Kirche bedarf.

Dass es einen solchen Ort gibt, ist nicht beliebig, sondern ein Ambo ist unbedingt notwendig.

Um der Zeichenhaftigkeit willen kann es nur einen Ort der Verkündigung des Wortes Gottes geben, also nur einen Ambo.

Die Bedeutung des Wortes Gottes erfordert zudem, dass der Ambo feststehend und ein nicht frei verfügbarer Bestandteil des Kirchenraumes ist. Frei verfügbar sollte der Ambo auch nicht hinsichtlich seiner Nutzung sein: Als Tisch des Wortes Gottes sollte er in erster Linie der Verkündigung des Wortes Gottes und dessen Auslegung vorbehalten bleiben, und nicht als Lesepult oder als Ort für alle möglichen Ansagen missbraucht werden.

Vieles wäre noch zur Bedeutung des Wortes Gottes zu sagen.

Papst Franziskus fordert uns anlässlich der Einführung des Sonntags des Wortes Gottes auf, das der der Bibel gewidmete Tag nicht einmal im Jahr, sondern einmal für das ganze Jahr stattfinden.

Machen wir uns also in jedem Gottesdienst bewusst, was das Wort Gottes bedeutet und in uns bewirken will und lassen wir uns in der sonntäglichen Eucharistiefeier immer wieder daran erinnern. Amen.

ISK

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Tel. 02833-576964-13
lueken@bistum-muenster.de

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Tel. 02833-576964-17
raya@bistum-muenster.de

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Tel. 02833-576964-16
Mobil: 0163 1542665
ketteler@bistum-muenster.de

Beauftragte im Beerdigungsdienst
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Tel. 02833-576964-0
(Zentrales Pfarrbüro)


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Tel. 02833-576964-0
Mo., Di., Do., Fr. 9-11 Uhr
Donnerstag 16-18 Uhr
stdionysius-kerken@bistum-muenster.de

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Dionysiusplatz 10

Tel. 02833-576964-11
Dienstag 16:00-18:00 Uhr
Mittwoch 08:30-10:30 Uhr

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Alter Kirchweg 1

Tel. 02833-576964-80
Mittwoch 16-18 Uhr


Notfallbereitschaft (Krankenhaus Geldern)
02831-3900


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