Germany | Finland | Saint Petersburg | Italy

Home

Aktuelles

Pfarrei

Einrichtungen & Angebote

Gemeinschaften & Verbände

Kirche & Glaube

Datenschutz & Schutzkonzept

Home

375 Jahre Kevelaerwallfahrt  am 3.6.2018
Thema: Suche Frieden

Tagesgebet:
Gott, unser Vater, deine Vorsehung geht niemals fehl.
Halte von uns fern, was uns schadet
und gewähre uns alles, was uns zum Heile dient.
Mit Maria, der Königin des Friedens, 
hast du uns Mut und Trost geschenkt, 
den Frieden in dieser Welt zu suchen
und im eigenen Herzen zu bewahren.
Erhalte uns in deiner Gnade
und lass uns einst mit ruhigem Herzen zu dir gelangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinem Sohn. Amen.

Vorwort zur 1. Lesung aus dem Buch Deuteronium
von Franz Trautmann, Gottes Volk 3/2000,22.

In allen Kulturkreisen führte man alles,
was den Menschen und der Mitwelt wirklich gut tat,
was für den einzelnen und die Gemeinschaft zum Wohle war,
auf den ausdrücklichen Willen Gottes zurück.
Man fasste es in ausformulierte Gesetze,
sah gar Sanktionen für den Fall des Übertretens vor.
Der Wille Gottes sei schliesslich in den Geboten und Gesetzen zu greifen.

Vorwort zur 2. Lesung aus dem 2. Brief des Apostels Paulus an die Korinther
von F. Trautmann, Gottes Volk 3/2000,25.

Religionslehrer und Prediger haben oft einen schweren Stand.
Denn den heutigen Menschen vom früheren Glauben zu erzählen,
überzeugt nicht mehr so recht,
selbst wenn die Verkünder ihrerseits glaubwürdig sind.
Paulus erscheint hierfür als ein Grundmodell
- ob er uns nachdenklich machen kann?

Gebet.

Maria, Königin des Friedens.
Dir vertrauen wir unser Leben an.
Schütze uns vor Krieg, Hass und Unterdrückung.
Lehre uns ein Leben im Frieden.
Zeige uns, wie wir uns und andere zum Frieden erziehen.
Gib uns gerechtes Handeln ein
und lass uns Gottes Schöpfung ehren und bewahren.
Lass den Frieden tief in unserem Herzen 
und in unserer Welt verwurzelt sein. Amen.

We fangen aan on maaken allemoel et Krutsteeke:
In de Naam fan de Faader, de Suen on de Helige Gaist.
Dän Hier sol met au siin.

We sin allemoel iingeläät, osen Hier Dangk te sege fö alles,
wat we Guts fan ööm gekreegen häbe.
We dunt dat van Daach in os Muederschprook, in Platt.

Befuer dat we aanfange, frooge we osen Hier, 
of hään os os Schöld fergeewen düüt.
We Bääje:
Ek wel tugeewe fö dän allmächtige Got,
dat ek gesöndicht häb in Woert on Wärk,
in Duun on Loete, duer min Schöld, duer min gruete Schöld.
Doeröm frooch ek Maria, di Mueder fan osen Hier,
alle Ängels ion Helige, on ook au, Söstersch on Brrüersch,
fo mich en guij Woert iintelege be Got, osen Hier.

Lied: Lot os dangken oosen Hier / Großer Gott, wir loben dich.
Löt os dangken osen Hier,
Öömte priise, sin we gekome,
Alles wat sin säägende Haand 
hät gegeewen of genoome,
Hät för os dään diipe Sen.
Brengt os seeker na ööm heen.

Lot os dangken osen Hier,
es ook Uesel mais os Leewe,
Giet doch niks os fan de Haand,
on sinnen Hiemelssäge 
sengt ööm Dangk on sengt ööm Ier
Noo on noch fuel duusend Kier.

Gebät van den Daach.
Gewältige on barmhartige Hier, wee sin ou Eigendum, 
gee häbt os en ou Haand genoame.
Halt van os aaf, wat Gefoar bregt,
wat os an Liif on Siel daut, doamet we met en frej Hart oue Well duun.
Doaröm bäeje wee an Christus, osen Hier.

Credo
Ek glüef, dat Got, ose Fader, läft,
dat hään gruet es on dat hään alles kaan.
Dat hään de Wält gemäkt hät, dä Hiemel on de Eerd.
Ek gluef an Jesus Christus, sinne Suen, osen Hier.
Hän es fan Maria geboere.
Onder Pontius Pilatus hät hään geleeje
on es an't Krüts geschloen woere,
es geschtorwe on es begraawe woere.
An den därden Daach es hään opgeschtoen fan den Dued
on es in den Hiemel opgefaare.
Do set hään op rächter Sii fan sine Faader.
Fan doe sol hä wierkome, öm Gerecht te halde
ower Leewende on Dueje.
Ek gluef an den Helige Gaist
on os helige Kirk.
Ek gluef, dat os Söönd fergeewe weere,
dat wee fan den Dued opschtoen
on be di Helige in den Hiemel kome. Amen.

Fuerbiide

Jesus sät: Alles, woe twee of drii fan au tesaame dröm bääje,
dat sol se fan mine Faader kriige:
- Fö de Kirk, dat se os dä Gluef sue kloer mäkt, dat hie de Mensche ook in osen Tiit an' t Härt giet on os Leewe länken düüt. 
 Antwort immer: Liewen Hier, doefuer bääjen wee.
- Fö dii, di os regiere, dat se ene Wääch fende, dat de Mensche seeker on oone Kriich leewe köne.
- Fö alle Mensche in os Gemeend, dat se bes metien uutkomme,
dat se nimes te kört dunt on Help häbe, wänn et nödich es.
- Fö os Famili, dat Froid on Liifde ooweral tuus sin.
- Fo all di Mensche, di et ni sue guut häbe wi wee, fö di Krangken ion fö di, di fuel Uesel lie.
- För os Dueje, dat se glöklich siin be dich in den Hiemel för allen Tiit.

Oosen Hier on Fader, di Fuerschprook fan den helige Petrus on Paulus möch as helpe,
met Dich in Leewe on Schtärwe ferbonden te sin,
dänn do läfs on regiers in alle Ewichkeet.

Et Faader unser
Lot os noo bääje, wi dän Hier os geliert hät.

Ose Fader in den Hiemel,
Dinne Naam sol helich gehalde weere.
Din Riik sol kome.
Dine Weel sol gedoen weere,
in den Hiemel nätt sue wi op Eerd.
Os Bruet, dat we jiden Daach nödich häbe,
geef os fan Dach.
On fergeef os ook os schold,
Wi wee ook fergeewe os Schöldigersch.
Hälp os, dat we niks Kwoets dunt,
on bewaar os fö gruete Schääj.
Wäges dat dich de Wält tuhüert,
do häs di Maach
on do blifs dän Hier in Eewichkeet. 
Amen.

Maak os free, allmächtige Faader, fan all Kwoets on geef os Freeje fö allen Tiit.
Hälp os met din gruet Härt on halt de Söönd fan os aaf,
dat we met schtärke Gluef op dat kome fan osen Hier Jesus Christus waachte köne.
Dich huert tu dat Riik on Kraf on di Härrlichkeet in alle Eewigkeet. Amen.

Gebätt ant Eend
Hier ose God, gee häbt os an auen Dösch stärk met neije Maakes. 
Wiis os dä rechtige Wääch duur os onröstige Wält on loat os en dään Bleek niame, wat ömmer blift,
doamet wee en alle Saakes süüke, wat ou gehüür doaröm bääje met Christus, osen Hier. Amen.

Schlusswort:
Aß et Laachde dat lätse Woard hät, on nid at Knore.
Aß en frendlik Tschüß noaklengt, statt ene suure Bleck,
Aß gee iemes de Haand göft, statt en Fust in de Täsch to make,
Aß gee versükt, metien tu sprääke, on ni oavereen,
Doan brengt dies Humess noch wääkelang Gewenn.

Quelle: Heimatverein Aldekerk, Maimesse in Platt. von 2016.

 

Gott macht den Anfang.
Auch wenn wir nicht beten, ist er für uns da.
Beten wir, sind wir vor Gott.

Er lässt sich in allen Situationen ansprechen. Ihm dürfen wir unbefangen sagen, was uns bewegt.
"Denn wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund." Mt 12,34.

Wir können auch mit leerem Herzen vor Gott verharren.
Wir müssen nicht viele Worte machen.
Bisweilen werden wir still bleiben.
Manchmal braucht das Sprechen zu Gott Überwindung innerer und äusserer Widerstände. 

Dennoch bleibt unser Beten immer Gnade und Geschenk.

Ein solches Geschenk ist das Vaterunser, das Jesus uns gelehrt hat.

Die großen Gebete der christlichen Tradition bringen unsere Anliegen oft besser zur Sprache, als wir es selbst vermögen.
Wir sind in ihnen aufgehoben, finden Raum und Halt und spüren die tragende Hand Gottes. 

Biblisch geprägte Gebete wie das "Gegrüßet seist du, Maria" oder "Der Engel des Herrn" sind ein großer Schatz,
die Bibel selbst ein gottgeschenktes Gebetbuch.
Darin finden sich die Psalmen, das Magnifikat, das Stossgebet des Petrus "Herr, rette mich!" (Mt 14,30)
Ein aus vollem Herzen gesungenes Halleluja- Lobt den Herren- stellt uns in die Gemeinschaft mit allen Menschen
und mit der ganzen Schöpfung: "Alles, was atmet, lobe den Herrn!" (Ps 150,6)

Neben dem gemeinsamen Gebet in der Kirche gibt es viele Formen des Betens im Alltag:
das Kreuzzeichen am Morgen, das Entzünden einer Kerze, ein kurzes Innehalten zwischendurch oder das Tischgebet.
Was tagsüber alles einströmt, wird abends in der Gewissenserforschung rückblickend betrachtet:

Wie hätte Jesus gehandelt?

Ob im feierlichen Gebet oder im stummen Verharren- jeder kann beten. 
Gott nimmt mich in seiner Liebe an, wie ich bin.

Der Meister versammelt seine Jünger und fragt sie: "Wo ist der Anfang des Gebetes?" 

Der Erste antwortet:
"In der Not. Denn wenn ich Not empfinde, dann wende ich mich von selbst an Gott."

Der Zweite antwortet:
"Im Jubel. Denn wenn ich juble, dann hebt sich die Seele aus dem engen Gehäuse meiner Ängste und Sorgen
und schwingt sich auf zu Gott."

Der Dritte:
" In der Stille. Denn wenn alles in mir schweigend geworden ist, dann kann Gott sprechen."

Der Vierte:
" Im Stammeln eines Kindes. Denn erst wenn ich wieder werde wie ein Kind, wenn ich mich nicht schäme, vor Gott zu stammeln,
ist er ganz groß und ich bin ganz klein, und dann ist alles gut."

Der Meister antwortet:
" Ihr habt alle gut geantwortet. Aber es gibt noch einen Anfang, und der ist früher als alle jene, die ihr genannt habt. 
Das Gebet fängt bei Gott selbst an. Er fängt an, nicht wir."

 

Wort des Kölner Erzbischofs

 

Nach einer aktuellen Studie lebt jedes fünfte Kind in Deutschland abgehängt in Armut. Für Kardinal Woelki ein Umstand, mit dem sich die Gesellschaft nicht abfinden sollte. Gerade Christen seien gefragt, sich gegen diesen Dauerzustand zu stemmen.

Kardinal Woelki am Dom

Kardinal Woelki vor dem Kölner Dom (Bild: domradio.de)

 

"Wer hier in Deutschland arm ist, der ist es doch selber schuld!" Bei mir stellen sich die Haare zu Berge, wenn ich solche Stammtischparolen höre. Was können z.B. Kinder dafür, wenn sie in armen Verhältnissen geboren werden? Armut bedeutet hierzulande für Kinder meistens nicht, dass sie kein Dach über dem Kopf haben oder kein Essen. Armut sieht für diese Kinder anders aus: Sie werden dann an den Rand gedrängt, haben kein Geld für den Kinobesuch oder keinen Computer mit Internetzugang. Auf viele Dinge, die für andere Kinder und Jugendliche ganz selbstverständlich sind, müssen rund 21 Prozent der Kinder verzichten.

Nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung lebt somit jedes fünfte Kind in Deutschland abgehängt in Armut. Das Schlimmste daran ist: Kinderarmut ist bei uns ein Dauerzustand. Wer erst gesellschaftlich abgehängt ist, der bleibt es. Einmal arm bedeutet dann immer arm. Kinder aus ärmlichen Verhältnissen haben bei uns in den Schulen nachweisbar schlechtere Chancen und bleiben so von Anfang an auf der Strecke. Besonders betroffen sind Kinder Alleinerziehender, Kinder mit vielen Geschwistern oder Kinder geringqualifizierter Eltern.

Mit dieser Situation können wir uns nicht einfach abfinden. Kinderarmut darf bei uns doch kein Dauerzustand sein! Das Wort Jesu, "was ihr dem Geringsten meiner Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!", gilt hier ganz besonders. Christen haben also den Auftrag, diesen Kreislauf der Dauerarmut bei unseren Kindern zu durchbrechen. Ich bin dankbar für all die Hilfe und gerade auch die vielfältige gute Bildungsarbeit, die versucht, hier gegenzusteuern. Ich – und jeder von uns muss sich darüber hinaus aber auch fragen lassen, ob wir nicht noch mehr tun können. Denn es geht um unsere Kinder und damit um unsere Zukunft!

 

Ihr Rainer Woelki

Erzbischof von Köln

Ausdruck der wöchentliche Ansprache des Kardinals „Wort des Bischofs” vom 05.11.2017 im domradio.de mit freundlicher Genehmigung des Chefredakteurs Ingo Brüggenjürgen.


Josef Verwimp

 

 

 

St. Martin
- damals einer der ersten Nichtmärtyrer.

316- 397. In Ungarn als Sohn eines römischen Tribun geboren.
Mit 15 Jahren auf Wunsch des Vaters in den Heeresdienst bei der berittenen kaiserlichen Garde.

lt. Legende am Stadttor von Amiens einem frierenden Bettler die Hälfte seines Umhangs gegeben haben.
Danach ist ihm Christus im Traum erschienen und hat ihm gedankt für die Teilung seines Mantels.
Mit 18 Jahren liess er sich taufen.

Nach Beendung seines Militärdienstes wurde er Schüler des Hilarius von Poitiers.
Einige Jahre als Einsiedler.

360 ging er nach Poitiers und gründete ein Kloster.

370/71 wurde er gegen seinen Willen Bischof von Tours. Es wird berichtet, Martin hätte auf seine Privilegien seines Amtes verzichtet und in einer der armseligen Holzhütten vor der Stadt gewohnt. Heute Kloster Marmoutier.

Mission.Ihm gelang die seltene Verbindung von asketischer Ideale mit großem apostolischem Sendungsbewußtsein. 

- heute: Es gibt viele 'Martin' unter uns:

- Menschen, die im Stillen anderen in kleinen Dingen helfen,
Menschen, die sich Zeit für andere nehmen, sie besuchen , kleine Fahrten zu Ärzten u.a. machen, 
Menschen, die einfach für andere da sind, wenn sie jemand brauchen,
in guten und schlechten Zeiten, Trauer und Not.
Menschen, die für andere einfach nur still beten oder an sie denken.
Menschen, die die Sorgen und Nöte einsamer, alter oder kranker Menschen teilen.

- für morgen: Habt Mut,
Dass wir unsere Gaben gerecht miteinander teilen.
Dass wir uns nicht ängstlich verkriechen, sondern offen auf unsere Mitmenschen zugehen.
Dass wir unsere Talente und Fähigkeiten schöpferisch und zum Wohl aller Menschen einsetzen.

- Innehalten am Abend:
"Ich bin ein Soldat Christi." Martin von Tours
- Wie verhalte ich mich z.B. bei Auseinandersetzungen?
- In welchen Situationen habe ich bewußt darauf verzichtet, für meinen Vorteil zu kämpfen?

Öffne unsere Herzen und Hände für die Not unseres Nächsten!

Quelle: Teilweise aus dem "Magnifikat" Ausgabe November 2011, die anderen Zusätze M. Suytings.


- Luther hat sich selbst beobachtet, sein Tun und Denken. Das verglich er mit dem, was Jesus damals sagte und lebte.
                                                                                   Luther fing bei sich an.

- Luther hat im Kloster oft wie jeder andere Bruder seine Fehler gesehen und sie gebeichtet,
                                                                                   auch wenn es nur geringe Fehler waren.
                                                                                   Er lebte wie andere in dem Glauben,
                                                                                   Fehler sind schwarze Flecken auf der "weissen Weste". 
                                                                                   Luther hatte Angst, was falsch zu machen.

- Luther dachte nach und fand in der Bibel Impulse, der ihn dazu brachten, seine Angst vor der Sünde
                                                                                   zu überwinden und frei zu werden.
                                                                                  Offen für Neues. Offen, einen neuen Weg zu suchen
                                                                                  und zu finden- mit Jesus, mit Gott.
                                                                                  Luther hatte die Freiheit gefunden und hatte keine Angst mehr,                                                                                          etwas falsch zu machen.
                                                                                  Er fing bei sich an und erzählte es seinen Mitmenschen.

Quelle: M. Suytings.

Ein Gedankenspiel zum Problem Gottesdienstbesuch und -gestaltung

In Blickpunkte vom November 2017 wurde als Ergebnis einer Meinungsumfrage der Redaktion (Ausgabe 30 - Juni 2017) zu einem Thema der Bistumspresse-Zentralredaktion „Nur aus Pflichtgefühl zur Kirche?” die Rückmeldung von Maximilian Zelzner als Leserbrief abgedruckt. Aufgrund von Form und Inhalt ist der Brief es wert, auf der Webseite der Pfarrei St. Dionysius Kerken einem erwiterten Publikum zugänglich gemacht zu werden. Maximilian hat der Veröffentlichung zugestimmt. (Josef Verwimp)

Liebes Redaktionsteam des Pfarrbriefes,

mit Interesse habe ich den Artikel „Nur aus Pflichtgefühl zur Kirche?" im aktuellen Pfarrbrief gelesen, den Ihr als Beitrag der Verlagsgruppe Bistumspresse abgedruckt habt. Ich habe mich sehr gefreut, dass Ihr an der Meinung der Leser zu diesem Thema interessiert seid und nehme gerne die Gelegenheit wahr, meine Gedanken hierzu zu äußern. Nahezu alte Einschätzungen und Anregungen beziehen sich nicht speziell auf unsere Pfarre, sondern auf die Situation, wie ich sie in Deutschland generell erlebe.

Ich bin 52 Jahre alt, komme aus einem frommen Elternhaus und habe vor einigen Jahren nach einer langen Zeit der „Funkstille" zur Kirche diese wieder als spirituelle Heimat entdeckt. In der Zeit, in der ich mit Kirche nichts anfangen konnte, habe ich sehr wertvolle spirituelle Impulse aus anderen Quellen erhalten. In meinem familiären und sozialen Umfeld bin ich mit meiner Zughörigkeit zur Kirche eher in einer Diaspora-Situation. Ich kenne also sowohl inner- als auch außerkirchliche Sichtweisen auf die Fragestellung: Warum bleiben immer mehr Menschen den Gottesdiensten fern? bzw. Warum erreichen unsere Gottesdienste die Gläubigen nur noch zu einem sehr geringen Anteil?

Ich nehme Folgendes wahr: Kirchliche Liturgie und Verkündigung erreicht den modernen Menschen nicht mehr. Da ich aus dieser Tradition komme, ist sie mir (wieder) Heimat und Nahrung, aber diesen Zweck erfüllt sie nur noch für sehr Wenige. Meiner Ansicht nach aus folgenden Gründen:

Symptomatisch:

  • Sprache und Duktus der Liturgie ist überholt. Der Tonfall vieler Zelebranten wird als „salbadrig" wahrgenommen. Ich weiß hierzu auch keinen Rat, denn liturgische Sprache muss sich von der Alltagssprache unterscheiden. Dennoch ist es unabdingbar, sich auf die Suche nach einem Sprachstil zu machen, der auf zeitgemäße Art die Würde des Gottesdienstes transportiert.
  • Die Musik der Gottesdienste ist nicht die Musik des modernen Menschen. Ich selbst liebe „alte"/klassische Musik, Orgel und auch das kirchliche Liedgut, aber für schätzungsweise 90 % der Gottesdienstbesucher unter 60 Jahren wird das nicht zutreffen. Kirchenmusik muss sich zu allen Stilen hin öffnen, wenn sie den modernen Menschen erreichen will, speziell zur Pop-Musik, zum Jazz und zur Weltmusik. Zum Teil geschieht das im (im normalen Gottesdienst unterrepräsentierten) sogenannten Neuen Geistlichen Lied, aber diese Lieder werden von den Organisten häufig nicht stilgerecht gespielt, so dass sie ihren Schwung einbüßen. Womit wir beim nächsten Thema wären:
  • Die Gemeindelieder werden (leider auch in unserer Gemeinde) in der Regel quälend langsam und mit zu langen Zäsuren zum Atemholen gespielt. Hierdurch geht der natürliche Puls und Fluss verloren. Das Mitsingen macht keinen Spaß. Die Lieder werden - genau wie die Sprache der Liturgie - als langatmig empfunden.

Substantiell:

Der Mensch von heute lässt sich keine Wahrheit mehr verkündigen im Sinne von vorsetzen und verordnen. Er sucht die Wahrheit, aber er nimmt nichts an, ohne es erfahren oder erspürt zu haben. Kirche oder zumindest kirchliche Lehre und Liturgie wird als doktrinär, einseitig und starr empfunden. Die (nordeuropäische) Kirche muss die Position der Wahrheitsverkündigung im überkommenen Sinne aufgeben, sonst wird es in einer Generation keinen mehr geben, der sich „katechisieren" lässt.

Kirchliche Ideologie ist nicht mehr vermittelbar: Glaubensinhalte wie Erbsünde, Jungfrauengeburt, Himmelfahrt, Auferstehung, Wunder, Heiliger Geist, Erlösung sind dem heutigen Menschen (und zum Teil auch mir trotz meiner kirchlichen Verwurzelung) zutiefst fremd.

Verkündigung kann hier nur über den Weg der gemeinsamen Auseinandersetzung gelingen mit den Fragen:

  • Wofür stehen diese Bilder bzw. Begriffe theologisch? Was wollen sie verdeutlichen?
  • Was bedeuten sie heute und wie können sie heute benannt werden?
  • Wie kann ich ihnen näher kommen?
  • Was kann ich annehmen, was nicht?

Eine Chance hat die Kirche, wenn sie sich als Ort und Volk der GottSUCHE anbietet:

Wenn der Gottesdienst Raum gibt

  • für die Auseinandersetzung mit den Glaubensinhalten und -Geheimnissen,
  • für die Zweifel damit,
  • für verschiedene Formen der Glaubenserfahrung und ihrer Äußerung,
  • für Zeiten der Stille und Meditation. Der zeitgenössische Mitteleuropäer hat ein großes Bedürfnis nach Ruhe und Selbstfindung. Echte Gemeindebeteiligung weit über die Einbindung durch verschiedene Dienste wie Lektoren- oder Kommunionhelferdienst hinaus wären hierfür nötig.

Hierzu ein paar ungeordnete Ideen:

  • Wieso nicht statt der Predigt mal ein Gemeindemitglied seine Gedanken zu einem Evangelium oder Thema vortragen lassen?
  • Den Gottesdienstbesuchern z.B. über eine online-Plattform im Vorhinein oder eine Zettelbox im Gottesdienst ihre Gedanken zum jeweiligen Fest, Thema oder Evangelium einbringen lassen und diese in der Predigt aufgreifen, eventuell auch diskutieren.
  • Jugend- und Kindermessen von Jugendlichen und Kindern inhaltlich vorbereiten und gestalten lassen. In der Regel beschränkt sich das Potential der Mitwirkung für die Zielgruppen auf das schulmäßige Beantworten von Fragen des Predigers sowie auf das Verlesen von Texten (gerne Fürbitten), die nicht von ihnen formuliert wurden. Jugend- und Kindermessen, die ihre Zielgruppe erreichen sollen, müssen von Kindern/Jugendlichen gemacht werden und die Themen aus ihrer Sicht und in ihrer Sprache behandeln sowie die Früchte ihrer Auseinandersetzung damit vorstellen. Natürlich müssen Erwachsene diese Vorbereitung begleiten.
  • In den Dialog mit Nicht-Kirchgängern gehen, z.B. über einen Brief an die „Passiven": Was wünschst du dir? Wann würdest du zur Kirche gehen?

Hierfür ist ein geschwisterliches Verständnis von Kirche nötig, in der Offenbarung nicht nur im genealogisch-apostolischen Sinne durch die Geweihten für möglich gehalten wird.

Eine Chance, den modernen Menschen und sein Bedürfnis nach Spiritualität zu erreichen, läge auch darin, Gottesdienste nicht nur als Messe/Eucharistiefeier anzubieten, sondern über andere spirituelle Angebote, speziell auch in der Jugendarbeit:

  • Meditationen mit und ohne Musik
  • Achtsamkeits-Andachten
  • Körperarbeit
  • Kunstprojekte

Dies findet man z.B. schon in Geistlichen Zentren wie der Oase in Krefeld und dem Kloster Kamp in Kamp-Lintfort. Solche Formen wären sicherlich auch in den Gemeinden attraktive und zeitgemäße Angebote der Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben.

Maximilian Zelzner

Unterkategorien

ISK

Pfarrbüros sind für den Publikumsverkehr wieder geöffnet!

Gottesdienstbesuche nur mit medizinischer Maske und Luca-App oder Formular! Weitere Infos hier.

Kontakt


Seelsorger

Pfarrer Dr. Christian Stenz
Tel. 02833-576964-0
(Zentrales Pfarrbüro)
Durchwahl: 02833-576964-13
stenz-c@bistum-muenster.de

Pastor Charles Raya
Tel. 02833-576964-12
raya@bistum-muenster.de

Pater Dr. Abraham Kongampuzha
Tel. 02833-576964-35
kongampuzha@bistum-muenster.de

Pastoralreferent Niels Ketteler
Tel. 02833-576964-16
Mobil: 0163 1542665
ketteler@bistum-muenster.de

Beauftragte im Beerdigungsdienst
Norbert Käfer, Johannes Bonn
Tel. 02833-576964-0
(Zentrales Pfarrbüro)


Zentrales Pfarrbüro Aldekerk
Marktstr. 4
Tel. 02833-576964-0
Mo., Di., Do., Fr. 9-11 Uhr
Donnerstag 16-18 Uhr
stdionysius-kerken@bistum-muenster.de

Gemeindebüro Nieukerk
Dionysiusplatz 10

Tel. 02833-576964-11
Dienstag 16:00-18:00 Uhr
Mittwoch 08:30-10:30 Uhr

Gemeindebüro Stenden
Alter Kirchweg 1

Tel. 02833-576964-80
Mittwoch 16-18 Uhr


Notfallbereitschaft (Krankenhaus Geldern)
02831-3900


Öffnungszeiten der Kirchen
Alle drei Kirchen der Pfarrei St. Dionysius Kerken, ausgenommen die Kapellen, sind täglich von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Bitte nehmen Sie Rücksicht auf Gottesdienstzeiten.

Facebook

Sie können aktuelle Informationen unserer Pfarrei über Facebook erhalten. Hierzu einfach den Gefällt-mir Button betätigen!

facebook link

Login